Zero-Waste. Zero Durchblick.

Nach meiner gestrigen Ankündigung, mit Zero-Waste experimentieren zu wollen, habe ich reflexartig erstmal bei Wikipedia vorbeigeschaut. Schnell stieß ich auf die „Waste Hierarchy“ (Abfall- / Verschwendungshierarchie). Im Grunde besagt die Zero-Waste Philosophie: Versuche, so weit nach oben in der Pyramide zu klettern wie möglich.

Quelle: Wikimedia Commons (User: Drstuey)

Quelle: Wikimedia Commons (User: Drstuey)

Darauf habe ich mich erstmal gefreut, da meine Variante des grünen Minimalismus auf Verzicht und Qualität setzt. Gedanklich halte ich mich also schon in den oberen Pyramidenetagen auf: „Brauche ich Teil XY überhaupt?“ Und wenn ja: „Wo bekomme ich Qualitätsware, die nicht kaputt geht, bzw. bei der es sich lohnt, sie zu reparieren?“ Ganz im Sinne des Zero Waste!

Als nächsten Schritt hatte ich mir überlegt, aus den untersten zwei Stufen gänzlich auszusteigen. Nur noch Altpapier, Biomüll, Grünen Punkt, Altglas verursachen. Auf meinem Einkaufszettel standen für gestern auch nur ein paar Alnatura-Einkäufe (Fünf-Korn Mischung, ungesüßte Cornflakes und Reiswaffeln, um genau zu sein). „Für Tag 1 erstmal ein unproblematischer Einkauf!“ Wie naiv man doch sein kann… [Weiterlesen]

Vegan durch Großbritannien

Kann man vegan in Großbritannien überleben, auch abseits der Großstädte? Man kann! Auch dann, wenn man mit zwei – äußerst toleranten – Omnivoren wandert. Und das gar nicht schlecht: die Gerichte reichten beim Testlauf in Schottland von Ofenkartoffeln mit Baked Beans über hausgemachte Tomate-Basilikum-Suppe bis zu veganem Chili. Hier ein paar Tipps in Sachen Wanderveganismus, von klein nach groß.

Der gemeine Wanderer schätzt seine Energiesnacks in Form von Müsliriegeln. Diese sind leider im Gegensatz zu Deutschland selten vegan. Ähnlich wie bei deutschem Bio-Süßkram findet sich in den Riegeln, die weder Joghurt noch Schokolade an sich haben, dummerweise immer Honig. Aber keine Angst, es gibt eine Ausweichmöglichkeit: Flapjacks. Diese Mischung aus Müsliriegel und Kuchen liefert unendlich Energie und ist, wenn es sich nicht gerade um Schoko- oder Butterflapjacks handelt, sehr oft vegan. Besonders angetan haben es mir die Blackfriars Flapjacks. Die Firma bietet Geschmacksrichtungen vom einfachen Grundrezept über Apfel/Rosinen bis Dattel/Walnuss. Die Riegel sind nicht nur extrem lecker – sondern auch noch unverkennbar gekennzeichnet: groß vorne drauf klebt ein grüner Punkt mit „Suitable for Vegetarians“ oder eben „Suitable for Vegans“. Kein Nachlesen der Inhaltsliste nötig!

Flapjacks findet man nicht unbedingt in den großen Supermärkten à la Tesco’s, dafür in vielen der kleinen Dorfläden. Und sollte es auch dort mal nicht klappen, gibt es garantiert andere vegane Energielieferanten wie z.B. geröstete Erdnüsse.

Vegane Müslikuchen der Blackfriars Company

Bei Sandwiches wird es dann geringfügig schwieriger. Erdnussbutter geht natürlich immer und findet sich überall. Marmelade passt auch. In größeren Supermärkten findet man auch kleine Humus-Pöttchen, gerne im Dreierpack mit verschiedenen Sorten. Aufpeppen lassen sich die Sandwiches natürlich mit Obst und Gemüse. So wird aus dem einfachen Erdnussbutterbrot ein Peanut&Banana-Sandwich und der Humusaufstrich wird belegt mit einer frischen Gurke. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich Erdnussbutter nach den zwei Wochen West Highland Way erstmal nicht mehr sehen konnte.
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